Abgesehen von wenigen Ausnahmen sind Fernsehgeräte in fast jedem Haushalt vorhanden. Egal, was auf dem jeweiligen Bildschirm gezeigt wird, es muss irgendwie dahin kommen. Immerhin 43% der Haushalte (Stand 2016) nutzen dazu eine Satelliten-Anlage. Und das nicht von ungefähr! Stellt das zahlreiche Angebot an frei empfangbaren Programmen bei relativ geringer, und dazu einmaliger, Investition einen kaum schlagbaren Vorteil dar. Im Gegensatz zur SAT-Anlage sind bei anderen Empfangsarten, z.B. Kabel-TV oder IPTV, monatliche Beiträge fällig und die Anzahl der Sender ist zudem beschränkt.

Aber wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Die „Schüssel“ ist dem Wetter praktisch ausgeliefert, sodass bei widrigen Witterungsbedingungen Empfangsprobleme auftreten können. Diesen Umstand gilt es bei der Auswahl des Installations-Ortes zu beachten.

Wo installiere ich die SAT-Anlage?

Vor der Standort-Frage müssen Sie klären, ob Sie eine Anlage dieser Art anbringen dürfen! Mancherorts verbieten lokale Bestimmungen SAT-Anlagen, um beispielsweise ein historisches Stadtbild nicht negativ zu beeinflussen. Informieren Sie sich besser frühzeitig, ob Regelungen dieser Art existieren.

Besitzen Sie eine eigene Immobilie mit Grundstück, können Sie fast frei wählen, wo die Anlage hin soll. Möglich sind die Hauswand, das flache Dach einer Garage oder ein kurzer Mast im Garten. Da nach extremem Wetter (Sturm, starker Schneefall) eventuell Wartungs- und Reparaturarbeiten notwendig sein können, sollte die Anbringung auf dem Hausdach die letzte Wahl sein.

Hinweis: Beachten Sie hierzu bitte auch meinen Beitrag „SAT-Anlage erden“ 

Wichtig ist, dass in der Richtung, in die die Schüssel ausgerichtet werden soll, „freie Sicht“ herrscht. Das bedeutet, dass die Linie Satellit – Antenne durch keine Gegenstände versperrt ist. Dazu gehören nicht nur Gebäude, Brücken oder Schornsteine, sondern auch Bäume und Sträucher. Bedenken Sie auch, dass jetzt kleine Pflanzen in wenigen Jahren den Empfang völlig behindern. Zur groben Überprüfung gilt diese Faustregel: Ein Gegenstand sollte nur halb so hoch sein, wie er entfernt ist. Als Beispiel: Ein Haus, das in einer Entfernung von 20 Meter zur Antenne steht, darf maximal 10 Meter hoch sein.

Welche Produkte nehme ich?

In der Regel nutzen Sie die SAT-Anlage über viele Jahre hinweg. Deshalb ist es angebracht, dass Sie auch für die Montage Halterungen aus einem Fachgeschäft oder dem Baumarkt holen. Wenn Sie unsicher sind, welche Teile für Sie infrage kommen, wenden Sie sich an einen Fachmann.

Oft vernachlässigt wird die Qualität des Koaxial-Kabels. Beim Kauf sind einige Angaben zu beachten: Für Schirmungsdämpfung (Schutz gegen äußere elektrische Felder) ist ein Wert ab 100dB und größer ausreichend. Ein mehrfach (dreifach) geschirmtes Kabel weist auch bessere Eigenschaften auf. Die Signaldämpfung beschreibt das Maß, mit dem die Signalqualität während der Übertragung beeinträchtigt wird. Dieser Wert sollte nicht größer als 20dB pro 100m sein. Sollte die Ummantelung komische Gerüche verbreiten, lassen Sie die Finger davon. Es ist unwahrscheinlich, dass ein solches Kabel den Umwelteinflüssen über Jahre hinweg stand hält.

Es gibt eine Reihe von namhaften und guten Anbietern von SAT-Anlagen. An dieser Stelle möchte ich keinen besonders hervor heben. Wichtig ist aber, welchen Durchmesser Ihre Schüssel haben soll. 55 bis 60cm sind durchaus ausreichend für einen guten HD-Empfang. Nur ist dieser Standard inzwischen schon wieder veraltet und wird verdrängt durch Ultra-HD. Wenn auch die TV-Ausstrahlung in diesem Format zurzeit noch sehr übersichtlich ist, wird sie sich mit Sicherheit in naher Zukunft durchsetzen. Auf den Empfang der dann größeren Datenmengen sollten Sie sich vorbereiten und einen Durchmesser von mindestens 80cm wählen.

SAT-Antenne ausrichten

Zur Ausrichtung einer SAT-Antenne sind zwei Winkel entscheidend. Der Elevationswinkel (Kippwinkel) stellt die Neigung zum Horizont dar. Als Richtwert für die Installation gilt hierbei ein Winkel von 32°. An der Manschette, mit der die Antenne am Mast befestigt ist, befindet sich eine Skala. So kann der erste Wert grob eingestellt werden. Das Azimut (horizontale Ausrichtung West – Ost) dieses Satelliten beträgt 19,2° Ost (Richtwert).

Hinweis: Je weiter man sich in Richtung Ost befindet, desto geringer wird der Winkel.

Bei der Erst-Installation die Schüssel auf Süden ausrichten, und langsam nach links (Richtung Ost) drehen. Je nach Standort finden Sie die benötigten Einstellwinkel auch in Tabellenform im Internet. Zur Verdeutlichung der Abweichungen zwei Beispiele:

Elevationswinkel:                   Hamburg 28,3°;     München 34,2°

Azimut:                                        Aachen 16,5°;       Frankfurt/Oder 6,6°

Bitte drehen Sie die Antenne beim Suchen langsam, da die Anlage etwas träger reagiert. Wenn Sie die Signalstärke am TV überprüfen wollen, sollten Sie zu zweit sein. Zur groben Orientierung sehen Sie, in welche Richtung die Antennen in der Nachbarschaft ausgerichtet sind. Je größer der Durchmesser der Schüssel ist, umso genauer müssen Sie sie ausrichten.

Die Polarisation gibt an, ob und in welche Richtung der LNB in seiner Halterung verdreht werden muss. Das ist nicht immer notwendig. Auf dem LNB gibt es dafür eine Markierung/Skalierung. Die Grundstellung entspricht dem Wert „0“. Bei Angaben im positiven Bereich (größer 0), drehen Sie den LNB nach rechts (Blickrichtung von Schüssel zum Satellit), bei negativem Wert nach links.

Hilfsmittel, um das Ausrichten allein zu erleichtern, gibt es einige. Der SAT-Finder ist ein Zusatzgerät, das nach dem LNB mit dem Koaxialkabel verbunden wird. Er zeigt die empfangene Signalstärke (Empfangsqualität) an. Im Einzelhandel gibt es verschiedene Ausführungen davon. Mit den teureren Geräten lassen sich sogar die unterschiedlichen Empfangsebenen einzeln testen. Zudem gibt es Apps für iOS und Android, die die Installation mit Hilfe von GPS und dem Neigungssensor des Handys erleichtern. Diese kostenlosen Apps, von Eutelsat und Astra, unterstützen leider nur das Finden der eigenen Satelliten.

Als Beispiel für ein gutes Programm möchte ich „Dishpointer.com“ anführen. Das gibt es in verschiedenen Varianten, die aber teilweise kostenpflichtig sind. Hierbei geben Sie die Adresse und den gewünschten Satelliten ein. Auf dem Bildschirm erscheint eine Karte (Satellitenbild), in der die Empfangs-Richtung mit einer Linie gekennzeichnet ist. Dazu kommen Angaben zu Elevation, Azimut und Polarisation. Darüber hinaus erhalten Sie Informationen zur Höhe und Entfernung eventuell vorhandener Hindernisse.

Aufgrund der hohen, digitalen Datenrate ist es unbedingt notwendig, dass Sie die Anlage genau ausrichten. Selbst kleinere Abweichungen vermindern die Empfangsqualität. Es ist daher ratsam, dass Sie diesen Vorgang bei klarem Himmel durchführen. Zur Simulation schlechten Wetters legen Sie einen nassen Lappen über den LNB. Bei guter Ausrichtung sollten Sie auch dann noch einen fehlerfreien Empfang haben.

Haben Sie die Antenne optimal ausgerichtet, schrauben Sie alles gut fest. Überprüfen Sie danach nochmals das Ergebnis.

 SAT-Anlage kein Empfang

Signalstärke und Signalqualität

Diese beiden Begriffe werden immer wieder im Zusammenhang mit der SAT-Anlage verwendet. Leider ist nicht immer deren Bedeutung klar angegeben. Wichtig ist: je höher beide Werte sind, umso besser funktioniert die Anlage.

Hinweis: Tauschen Sie einen Receiver, mit dem die Anlage fehlerfrei funktionierte, gegen einen neuen aus, kann die vorhandene Signalstärke jetzt zu schwach sein. Es erfolgt die Fehlermeldung „kein Signal“. Beachten Sie daher die Geräteangaben!

Signalstärke:

  • Gibt Signalpegel in Dezibel (dB) vom LNB zum Receiver an
  • Abhängig von Ausrichtung, Größe der Schüssel, LNB, Kabel (Länge und Qualität) und Receiver
  • Im übertragenen Sinne: die Lautstärke

Signalqualität:

  • Gibt an, wie gut das empfangene Signal dekodiert wird und die Fehler-Rate
  • Angabe in Prozent (%)
  • Für HD 65% ausreichend, muss bei UHD höher sein
  • Im übertragenen Sinne: die Verständlichkeit

Empfang ausländischer Sender

Obwohl mit Astra, Hotbird und Eutelsat schon einige ausländische Programme empfangen werden können, deckt das den Bedarf nicht ab. Zum Glück besteht in Mitteleuropa die Möglichkeit, Angebote anderer Satelliten zu erhalten.

Interessenten empfehle ich, Hinweisen im Internet zu folgen. Als Beispiel möchte ich die Seite www.lyngsat.com anführen. Hier wählen Sie zuerst die Region, z.B. Middle East, danach das Land, z.B. Turkey. Sie suchen sich jetzt einen Kanal und einen dazu vorgeschlagenen Satelliten aus und erhalten die notwendigen Empfangsangaben, mit deren Hilfe Sie die Antenne ausrichten. Dabei gehen Sie wie oben beschrieben vor.

Empfang von Ultra-HD-TV

Schon mehrfach erwähnte ich in dem Beitrag das künftige TV-Format. Ob man es nun als Ultra-HD, UHD oder 4K-TV bezeichnet, gemeint ist immer eine Bildauflösung von 3840 x 2160 Pixeln.

Hinweis: 4K ist eigentlich eine Bildauflösung von 4096 x 2160 Pixeln, die in Kinos gebräuchlich ist. Daher meine Bezeichnung 4K-TV.

Das TV-Angebot ist leider zurzeit noch eher spärlich. Gründe dafür sind die hohen Kosten und fehlende Standards. So sind UHD-Produktionen um ca. 30% teurer als die in HD hergestellten. Lediglich der Bezahlsender Sky strahlt teilweise Fußballspiele in UHD aus. Aber selbst hier werden nicht nur UHD-Kameras verwendet. Neben dem teureren System kommen, z.B. im Torbereich, normale HD-Geräte zum Einsatz.

ProSiebenSat.1 und das ZDF haben ebenfalls vereinzelte Schritte in diese Richtung unternommen. Allerdings ist hierbei nur ein Empfang über Satellit zusammen mit HbbTV via Internet möglich. Angebote in größerem Umfang kommen dagegen von Streamingdiensten, wie z.B. Netflix und Amazon Prime Video.

ARD und ZDF kündigten an, die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in UHD ausstrahlen zu wollen.

Der Beitrag sollte Ihnen einen Überblick geben, was bei der Installation einer SAT-Antenne zu beachten ist. Die Anzahl der anzuschließenden Geräte bestimmt dann die Wahl des LNB und die nachfolgende Beschaltung. Fragen zu diesem Thema beantworten wir Ihnen gern. Auf unserer Internetseite MeinMacher finden sie unsere Partner in Ihrer Nähe. Die Kontaktdaten sind beigefügt, sodass Sie telefonisch einen Vor-Ort-Termin vereinbaren und anfallende Kosten besprechen können.

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