Am 6. Juni war die Erstausstrahlung der WDR-Marktsendung: „Elektrogeräte – wie Hersteller bei Ersatzteilen tricksen“. Danke, WDR! Denn das kann man eigentlich gar nicht oft genug sagen:

  • Hersteller diskriminieren freie Reparatur-Werkstätten in der Ersatzteilversorgung
  • Für viele Elektrogeräte, z.B. von Apple, fehlen Ersatzteile
  • Hersteller verweigern die Lieferung von Ersatzteilen. Dadurch ist die Reparatur oft nur beim Hersteller möglich – zu seinen Konditionen natürlich.

MeinMacher-Partner Dirk Wiehlpütz berichtet im WDR

Dirk Wiehlpütz, Mitglied bei MeinMacher, im WDRDas WDR-Team hat mehrere Reparaturprofis besucht, unter anderem auch MeinMacher-Partner Dirk Wiehlpütz aus Sankt Augustin (Nordrhein-Westfalen). Er hat von einem ganz praktischen Fall berichtet: Ein Kunde kam mit einem 3 Jahre alten kaputten Philipps-Fernseher, der mal 2.000 Euro gekostet hat. Eine Reparatur wäre eigentlich für 200 bis 250 Euro möglich gewesen – wenn Philipps das Ersatzteil liefern würde. Was Wiehlpütz geschildert hat, passiert jeden Tag in hunderten von Werkstätten und ist leider trauriger Alltag. Nicht nur bei Philipps-Fernsehern sondern auch bei Produkten von Apple, WMF, Vorwerk, Samsung und ganz vielen anderen. Detlef Vangerow wollte es genau wissen und hat die Probe aufs Exempel gemacht. Als Fernsehtechniker-Meisterbetrieb hat er viele Hersteller angeschrieben und um Ersatzteile gebeten. Das Ergebnis war niederschmetternd – nähere Infos dazu finden Sie z.B. hier. Und auch dem WDR ging es mit seinen Anfragen bei Herstellern nicht besser.

Dafür hat aber auch das EU-Parlament schon längst festgestellt, dass Hersteller offensichtlich Reparaturmöglichkeiten aushebeln. Parlamentarier haben die Kommission schon vor einem Jahr aufgefordert, die Versorgung mit Ersatzteilen zu verbessern – passiert ist allerdings noch nicht viel.

Und so wächst der Berg an Elektroschrott Tag für Tag. „Machen“, nicht „Schwätzen“, ist da der ganz pragmatische Ansatz von Detlef Vangerow, der das Reparaturportal www.meinmacher.de betreibt und Gründungsmitglied des Runden Tisch Reparatur ist. Er freut sich, dass das Thema Reparatur und Ersatzteilversorgung immer mehr den Weg in den Öffentlichkeit findet.

Den kompletten Beitrag können Sie noch bis 6. Juni 2019 in der WDR-Mediathek anschauen:

WDR-Beitrag: Elektrogeräte – wie Hersteller bei Ersatzteilen tricksen

 

 

 

Hinterlassen Sie eine Antwort

  1. Fernseh Mohr

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    den Beitrag haben wir uns heute im Netz angeschaut.

    Leider ist es schade, das die besuchte Firma, bei Philips nicht ganz auf dem laufenden zu sein scheint.

    Philips bietet grundsätzlich eine Kulanzregelung bei defekten Flachbildschirmen an.

    Bedeutet folgendes:
    Wenn ein Gerät nach der Garantie defekt ist und das benötigte Ersatzteil ist nicht mehr lieferbar,
    kann man als registrierter Fachhändler über das Kulanzportal (https://portal.scbaumeister.de/website/kulanz/)
    einen Kulanzantrag stellen.
    Philips bietet entweder vergleichbare Teile, Neugeräte oder Neukaufbeteiligungen an!
    Das gilt für alle Geräte die maximal 5 Jahre ab Kaufbeleg alt sind.
    Wir hatten auch schon Fälle, bei denen bei Aswo keine Ersatzteile verfügbar waren, aber Philips Teile bestellen konnte.

    Diese Vorgehensweise ist unter den Herstellern einzigartig.

    Wir als Fernseh Mohr arbeiten schon seit Jahren mit Philips in diesem Bereich zusammen.
    Mittlerweile rufen bei uns Kunden aus ganz Schleswig-Holstein an, die von der Philips Hotline unsere Telefonnummer
    bekommen, damit wir Ihnen weiter helfen können.

    Es wäre schön wenn so etwas auch mal verbreitet werden würde.

    Mit freundlichen Grüßen

    Bernd Magdziarz

  2. Elektronikfachhandel van Haren

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    auch ich habe mir alle Beiträge der Reparatur-Revolution angeschaut.

    Erstmal ein großes Lob an den Initiator der Reparatur-Revolution. So werden viele Menschen wieder auf die Reparatur und das Thema „Nachhaltigkeit“ aufmerksam.

    Im Reparaturfall des Philips Gerätes war die Art und Weise des Umganges mit einem Reparatur-Gerät nicht so ganz professionell. (Auch aus der Sicht eines Endverbrauchers) Bevor überhaupt eine konkrete Aussage zur Reparatur gemacht werden kann, sollte ein Techniker das Gerät zumindest öffnen und eine Fehlermessung durchführen. Sollte das Netzteil defekt und dieses nicht lieferbar sein, können Netzteile auch repariert werden. In der Regel sind Leistungsbauteile und Kondensatoren defekt. Schaltbilder gibt es meistens. Auch Mainboards sind zum Teil reparierbar. Diese Lösung erzeugt am wenigsten Müll.

    Mit freundlichen Grüßen
    Rainer van Haren

  3. Detlef Vangerow

    Liebe Kommentatoren,
    natürlich muss in einem so kurzen Beitrag manches verkürzt wiedergegeben werden. Deshalb leidet manchmal die genaue Darstellung darunter. Da es sich bei unserem Partner Wiehlpütz um eine sorgfältig arbeitende Firma handelt gehe ich davon aus, dass er sich die Reparaturgeräte genau anschaut.
    Dass Philips in Notfällen für eingeweihte Techniker eine Lösung bereit hält ist sehr löblich. Dass dies aber für Geräte mit einem maximalen Alter von 5 Jahren gilt ist auf der anderen Seite doch wiederum bezeichnend. Und um diese Situation darzustellen ging es nunmal in diesem Beitrag.
    Vor noch nicht allzulanger Zeit konnte der Kunde davon ausgehen, dass sein Gerät im MINIMUM 10 Jahre Lebenserwartung hatte. Zugegebenermassen unter Zuhilfenahme der einen oder anderen Reparatur die aber leicht und kostengünstig durchzuführen war. Und sich damit gelohnt hatte.
    Und dahin sollten wir zukünftig wieder kommen.
    Viele Grüße
    Detlef Vangerow