Apple / Mac

Apple Reparatur und Mac Reparatur: Ideale Ergänzung für alle IT-Techniker

Lesen Sie hier ein Experteninterview mit Oliver Kynast
(Firma Computerklinik-Harrislee e.K. in Harrislee)
zum Thema Reparatur von Apple-PCs:

 

Seit wann reparieren Sie Apple-PCs?
Hr. Kynast: Im Zusammenhang mit unserer Service-Erweiterung im April 2017 nahmen wir diesen Teil mit in unser Portfolio auf.

Wie hat sich Ihr Auftragsvolumen in dieser Zeit entwickelt?
Hr. Kynast: Das Gesamtvolumen hat sich um ca. 20% gesteigert.

Wie kommen Sie an Ihre Aufträge?
Hr. Kynast: Über unsere Webseite, Google, das Internetportal www.meinmacher.de von Vangerow und Mundpropaganda.

Wie viele Apple-PCs bekommen Sie im Monat zur Reparatur?
Hr. Kynast: Zwischen 15 und 20 Geräte, meistens MacBooks. Dabei handelt es sich oft um die Baujahre 2009 – 2015.

Wie viele davon können Sie erfolgreich reparieren?
Hr. Kynast: Ca. 98%.

Was sind die Gründe für die übrigen 2%?
Hr. Kynast: Dabei handelt es sich entweder um Geräte, die vor 2008 gebaut wurden, oder es ist eine teure Grafikkarten-Reparatur notwendig. Ein weiterer Grund ist ein irreparabler Defekt auf dem Mainboard, das dann ausgetauscht werden müsste.

Was sind die häufigsten Defekte/Ursachen bei den Reparaturen?
Hr. Kynast: Da liegen defekte Festplatten, defekte Grafikkarten, Netzteil-Fehler und Hitzeprobleme ganz vorn.

Sind notwendige Updates immer möglich?
Hr. Kynast: Das ist abhängig vom Alter der Geräte. Bis Baujahr 2009 ist ElCapitan die höchste Version, ab Baujahr 2010 ist die Version HighSierra das Höchste.

Wie kommen Sie an Ersatzteile?
Hr. Kynast: Meistens über deutsche Lieferanten, aber auch aus China oder anderen EU-Staaten. Allgemein ist die ET-Versorgung in Deutschland schlecht und zum Teil überteuert.

Haben Sie Pauschalpreise für die Reparaturen?
Hr. Kynast: Ja. Zum Beispiel:

  • iMAC 21,5“/27“ und MacBook HDD-Tausch + Installation = 129€
  • Umrüstung auf SSD 250 GB bei MacBook 199€, bei iMAC 249€
  • Netzteil 149€ + 40€ Montage
  • Defekte Grafikkarte (je nach Modell) 370€ - 500€
  • Reinigung iMAC, Austausch Wärmeleitpaste pauschal 80€

Wie groß ist der Fremdkostenanteil bei den Reparaturen (Ersatzteile)?
Hr. Kynast: Das ist zu unterschiedlich und hängt vom Einkaufspreis, Dollarkurs und Zoll ab.

Wie setzt sich der Reparaturpreis zusammen, wenn keine Pauschale greift?
Hr. Kynast: EK + 30% Marge + MwSt. + Versand/Zoll + Montage 30€ – 50€. Bei aufwendigen Reparaturen werden im Vorfeld Festpreise vereinbart.

Wie lange dauern die verschiedenen Reparaturen?
Hr. Kynast: Das ist abhängig vom Gerät und der Art der Reparatur. So benötige ich bei einer Netzteil-Reparatur am iMAC 30 Minuten, für den Austausch der Tastatur bei einem MacBook aber 180 Minuten.

Wie schätzen Sie den Schwierigkeitsgrad der Reparaturen ein: anspruchsvoll, mittel oder hoch?
Hr. Kynast: Die Reparaturen möchte ich zwischen anspruchsvoll und mittel eingliedern. 

Wie haben Sie sich das notwendige Wissen für diese Reparaturen angeeignet?
Hr. Kynast: Auf verschiedene Weisen. Zum einen die A+ Zertifizierung (CompTIA), durch Do it yourself und das AppleCare Techniker Training. 

Waren besondere Investitionen nötig, um Apple-PCs reparieren zu können?
Hr. Kynast: Je nach Qualität muss man schon ca. 500€ investieren. Man benötigt spezielles Werkzeug, z.B. Saugnapf für Glasscheibe, Rollschneider zum Öffnen der MAC ab 2014, Torx, Pentalobe-Schraubendreher, spezielle Klebestreifen für diese MACs, Einbaurahmen, OWC-Temperatursensoren u.v.m.

Sind diese Reparaturen gern gesehen, oder ein „lästiges Übel“?
Hr. Kynast: Keineswegs „lästiges Übel“! Ich persönlich arbeite gern mit MACs und MacBooks. Sie sind durchdacht, werden besser behandelt und die Kundschaft ist angenehmer. Die Fehlersuche ist einfach, ebenso wie die Zerlegbarkeit der Geräte. In meinen Augen ist das ein stabiles System.

Gibt es besondere Risiken?
Hr. Kynast: Absolut unverzichtbar ist der ESD-Schutz. Das Risiko vor einem Stromschlag beim Öffnen der iMACs ist hoch.

Rentieren sich die Reparaturen?
Hr. Kynast: Wenn der Wert des Gerätes aufgrund des Alters nicht überschritten wird, würde ich sagen: ja.

Wie wird sich der Reparaturmarkt in den nächsten 5 Jahren entwickeln?
Hr. Kynast: Meiner Meinung nach wird die Nachfrage steigen, da Apple und deren autorisierte Händler alle Geräte, die älter als 6 Jahre sind, ablehnen. „Vintage-Geräte sind nicht erwünscht“, das wird oft damit begründet, dass es keine Ersatzteile dafür gibt. Dem ist aber nicht so.

Mit was machen Sie einen höheren Umsatz? Mit Ihrem Handel oder Ihrer Werkstatt?
Hr. Kynast: Bei uns, durch den Service, ganz klar mit der Werkstatt.

Zu wie viel Prozent ist Ihre Werkstatt durch diese Art der Reparaturen ausgelastet?
Hr. Kynast: Schwer zu sagen, da wir auch andere PC, Notebook und iPhone reparieren.

Was war die Motivation, an diesem Projekt teil zu nehmen?
Hr. Kynast: Das waren vor allem die Neugierde und die angenehme Kundschaft.

Konnten Sie durch dieses Projekt neue Kundenklientel gewinnen?
Hr. Kynast: Ja. Es handelt sich um keine Geiz-ist-geil-Kundschaft. Wir konnten mehr Firmenkunden, z.B. aus den Bereichen Design und Marketing, gewinnen.

Welche Erfahrungen und Anregungen haben Sie zur Firma Vangerow und den Machern?
Hr. Kynast: Gute Erfahrungen bisher, es ist ein sehr gutes Konzept. Mein Wunsch wäre, dass die Schulungen mehr ausgebaut werden könnten. Damit meine ich auch einen anderen Schulungsort, wobei mir hier Hannover, das relativ zentral liegt, vorschwebt. Man könnte auch über die Zertifizierung der Techniker nachdenken. Grundseminare für Klebetechniken bei Smartphones und verschiedene Löttechniken, auch für SMD-Teile, sollten verstärkt stattfinden. Dazu müssen natürlich auch die Partner von der Notwendigkeit dieser Reparaturen, die wieder mehr gefördert werden sollten, überzeugt sein. 

Vielen Dank, Herr Kynast, für Ihre Hilfe. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg.