Smartphone-Reparatur

Ein zusätzliches Standbein, vor allem für Radio- und Fernsehtechniker, Computerspezialisten und Mobilfunktechniker.

Als alleiniges Standbein wegen des großen Konkurrenzdrucks (vor allem in Großstädten) und der z.T. schwierigen Ersatzteilversorgung nur bedingt geeignet – dafür aber hervorragend, um vorhandene Kapazitäten besser auszulasten.

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5 Millionen kaputte Smartphones pro Jahr in Deutschland

49 Millionen Smartphone-Nutzer gibt es derzeit in Deutschland. Die meisten nutzen ihr Smartphone rund 3 Jahre – etwa 30 Prozent der Smartphones gehen in dieser Zeit mindestens einmal kaputt. Daraus ergibt sich für Deutschland ein Reparaturvolumen von etwa fünf Millionen Stück bzw. einer Milliarde Euro pro Jahr.

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Die häufigsten Defekte & Geräte

Glasschaden / Displaybruch ist mit fast 60 Prozent der häufigste Fehler, gefolgt von Flüssigkeitsschäden. Beides lässt sich grundsätzlich ganz gut reparieren. Die Marken, die am meisten gefragt sind, sind: Apple, Samsung, Sony, HTC, Huawei.

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Durchschnittliche Reparaturdauer: 30 Minuten

Smartphone-Reparaturen sind überwiegend Routine-Reparaturen – in durchschnittlich 30 Minuten funktioniert alles wieder.

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Durchschnittlicher Lohnertrag:
ca. 50 Euro netto pro Smartphone Reparatur

Erfahrungsgemäß liegt der Netto-Lohnertrag pro Reparatur bei rund 50 Euro – nicht schlecht, für eine halbe Stunde Arbeit, oder? Freuen Sie sich also auf einen Stundensatz von durchschnittlich 100 Euro!

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Was Sie brauchen: Werkzeuge * Ersatzteile * Know-how

Notwendiges Werkzeug:
Wir empfehlen: ifixit pro Tech Toolkit, ifixit Antistatik-Matte, ifixit i-opener, ifixit digitales Multimeter, 3. Hand, Lupenlampe LED, Lötstation, Mikrowelle – rechnen Sie mit ca. 375 Euro netto für alles zusammen, wenn Sie alles neu anschaffen müssen.

Ersatzteilbevorratung:
Da Smartphone-Reparaturen schnell gehen müssen, empfehlen wir – soweit möglich – die wichtigsten Ersatzteile auf Lager zu nehmen. Dazu gehören Displays der Apple-Modelle 5 / 5S / 5C / 6 / 6S / 6+ / 7 / 7+ und einige Kleinteile – mit etwa 400 Euro sollten Sie hier rechnen.

Know-how:
Smartphone-Reparaturen sind eigentlich nicht schwierig, aber man braucht schon etwas Fingerspitzengefühl und technisches Verständnis. Auch Kenntnisse in der Elektrotechnik und beim Löten sind natürlich von Vorteil. Erlernen kann man die Reparaturen hervorragend in den Einsteiger- und Fortgeschrittenen-Schulungen bei Vangerow. Kunden haben zudem Zugriff auf das MeinMacher-Forum und finden dort jede Menge praktische Tipps. Darüber hinaus gibt es auch Reparaturanleitungen bei ifixit, auf Videoplattformen wie youtube und in anderen Foren. Ein Meister-Titel ist für die Smartphone-Reparatur nicht unbedingt erforderlich.

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Chancen & Risiken

Die Anzahl kaputter Displays wird sicher nicht geringer werden und mit Vangerow kommen Sie effizient an Kunden. Dennoch ist der Smartphonemarkt nicht ganz ohne. Vor allem in den Großstädten ist der Konkurrenzdruck z.T. enorm. Daher empfehlen wir Neueinsteigern Smartphone-Reparaturen auch vor allem als zusätzliches Standbein!

Ersatzteile bekommen Sie z.B. über den MeinMacher-Shop oder auch bei ASWO, mpsmobile, Faro etc.

Der Fairnesshalber sei aber darauf hingewiesen, dass es immer mal wieder zu Ersatzteil-Engpässen kommen kann, weil Hersteller keine oder nur überteuerte Ersatzteile an freie Werkstätten liefern. Gegen diese Diskriminierung kämpft Vangerow aber mit dem Runden Tisch Reparature und der Reparatur-Revolution an und hat z.B. eine Kartellklage gegen die Ersatzteilpolitik von Samsung eingereicht.

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Wie Sie an Kunden kommen

Endverbraucher erreichen Sie über unser hervorragend bei Google gelistetes Reparaturportal www.meinmacher.de und www.smartphonemacher.de.

Informieren Sie sich hier über unsere MeinMacher Mitgliedschaften.

Ein Ladengeschäft in guter Geschäftslage mit Laufkundschaft ist von Vorteil, aber nicht Voraussetzung.

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Lesen Sie hier ein Experteninterview mit Michael Perrotta
(Firma Technischer Service Perrotta in Sachsenheim)
zum Thema Smartphone:

 

Seit wann reparieren Sie Smartphones?
Hr. Perrotta: In diesem Bereich sind wir seit 3 Jahren aktiv.

Wie hat sich das Auftragsvolumen in dieser Zeit entwickelt?
Hr. Perrotta: Anfangs steigend. Seit einem halben Jahr wird es weniger.

Wie kommen Sie an Ihre Aufträge?
Hr. Perrotta: Über das MeinMacher-Portal, Facebook-Werbung, eigene Werbung, z.B. im Eishockeystadion mit diversen Werbetafeln, Aktionen in der regionalen Zeitung und meine eigene Internetseite.

Wie viele Smartphones bekommen Sie im Monat zur Reparatur?
Hr. Perrotta: Monatlich ca. 100 Geräte, von denen wir 95% erfolgreich reparieren.

Was ist mit den übrigen 5%?
Hr. Perrotta: Meist handelt es sich hierbei um Defekte auf der Platine, oder es sind keine Ersatzteile verfügbar. Bei Wasserschäden z.B. kommen die Geräte zu spät zur Reparatur und dadurch ist unter anderem auch die Platine irreparabel defekt.

Was sind die häufigsten Defekte/Ursachen bei den Reparaturen?
Hr. Perrotta: In den meisten Reparaturen werden Displays, Akkus oder die Ladebuchsen gewechselt. 

Gibt es Marken, die besonders häufig zur Reparatur kommen?
Hr. Perrotta: Ja, das sind Apple, Samsung HTC, HUAWEI und Sony.

Geräte welcher Hersteller lassen sich am besten reparieren und warum?
Hr. Perrotta: Aus meiner Sicht Apple. Mit wenigen Handgriffen lassen sich die Geräte öffnen und die defekten Teile können ausgetauscht werden. 

Und im Gegenzug: Welche sind problematischer in der Reparatur und warum?
Hr. Perrotta: Bei Samsung sind teilweise keine Ersatzteile, besonders Displays, verfügbar. Das hat sich zwar zwischenzeitlich wieder etwas gebessert, allerdings sind die Preise recht hoch.
Medion bietet seine Ersatzteile teurer an, als das Gerät Neu bei ALDI gekostet hat. One Plus hat ebenfalls eine schlechte Ersatzteilversorgung.
Allgemein lässt sich sagen: Alle günstigen Geräte, die aus Fernost kommen, sind problematisch. Keinerlei Ersatzteile über die Großhändler. Zumal sich da die Frage stellt, ob sich eine Reparatur für ein Gerät lohnt, bei dem der Neupreis unter 100 Euro liegt.

Wie kommen Sie an Ersatzteile?
Hr. Perrotta: Ich nutze diverse Großhändler.

Haben Sie Pauschalpreise für die Reparaturen?
Hr. Perrotta: Ja. Displaytausch, je nach Hersteller und Gerät, zwischen 59 Euro und 420 Euro; Akkutausch, je nach Hersteller und Gerät, zwischen 25 Euro und 79 Euro; Tausch der Ladebuchse, je nach Hersteller und Gerät, zwischen 69 Euro und 89 Euro.

Wie groß ist der Fremdkostenanteil bei den Reparaturen (Ersatzteile)?
Hr. Perrotta: Die Frage kann man so überhaupt nicht beantworten, da es je nach Hersteller und Konkurrenz im Umfeld komplett unterschiedlich ist und nicht pauschal genannt werden kann.

Wie lange dauern die verschiedenen Reparaturen?
Hr. Perrotta: Pro Reparatur ungefähr 45 Minuten.

Wie schätzen Sie den Schwierigkeitsgrad der Reparaturen ein: Anspruchsvoll, mittel oder hoch?
Hr. Perrotta: Das kann ebenfalls nicht pauschal genannt werden, da ein iPhone-Teil per YouTube-Video getauscht werden kann, ein Sony dagegen doch schon etwas anspruchsvoller ist.

Wie haben Sie sich das notwendige Wissen für diese Reparaturen angeeignet?
Hr. Perrotta: Am Anfang standen Schulungen bei der Firma Vangerow. Und natürlich „learning by doing“. 

Waren besondere Investitionen nötig, um Smartphones reparieren zu können?
Hr. Perrotta: Die Ausgaben halten sich mit ca. 100 Euro in überschaubaren Grenzen.

Sind diese Reparaturen gern gesehen, oder ein „lästiges Übel“?
Hr. Perrotta: Für uns gern gesehen.

Rentieren sich die Reparaturen?
Hr. Perrotta: Momentan sind sie noch rentabel. Allerdings wird der Druck von größeren Reparaturfirmen im Umkreis bezüglich des Preises immer stärker.

Wie wird sich der Reparaturmarkt in den nächsten 5 Jahren entwickeln?
Hr. Perrotta: Schrumpfend, da es immer mehr Mitbewerber gibt.

Zu wie viel Prozent ist Ihre Werkstatt durch diese Art der Reparaturen ausgelastet?
Hr. Perrotta: Zu 15%.

Was war die Motivation, an diesem Projekt teilzunehmen?
Hr. Perrotta: Der Rückgang von Garantie-Aufträgen im Bereich Weiße Ware.

Konnten Sie durch dieses Projekt neue Kundenklientel gewinnen?
Hr. Perrotta: Ja. 

Vielen Dank, Herr Perrotta, für das ausführliche Gespräch. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg.