Ryan Dyment und Lawrence Alvarez gründeten das erste „Sharing Depot“ Kanadas. In Toronto suchten die beiden Freunde und Umweltaktivisten nach einer Möglichkeit ihr Bemühen um mehr Nachhaltigkeit im Alltag und Arbeitsleben in die Tat umzusetzen. So entstand ihre „Library of Things“ (Bibliothek der Dinge).

 

Dyments und Alvarez‘ Credo ist einleuchtend: „Wenn wir etwas teilen, gewinnen wir alle – nicht zuletzt die Erde.“ Sie wollen die Konsumenten zum Umdenken bringen. Nach Ansicht der beiden „Sharing Depot“-Initiatoren, die ihre Ausleihstelle gemeinsam mit Freunden und Bekannten sowie freiwilligen Helfern betreiben, können „nicht mehr länger alle alles besitzen“. „Wenn wir weiterhin alle Dinge kaufen und wollen, auch wenn wir diese nur ganz selten selbst brauchen“, zitiert sie etwa das Umweltportal „Treehugger“.

Nachhaltige Antwort auf die ausufernde Konsumwelt

Die erste Bibliothek der Dinge entstand bereits 1979 im kalifornischen Berkley (USA). Die Gruppe in Toronto hat inzwischen schon 2.200 Mitglieder und einen Bestand von über 25.000 Artikeln. In der kanadischen Stadt findet jeder Besucher, was er braucht: Gartenmöbel, Campingausrüstung wie Schlafsack und Kochgeschirr, Kinder-Spielzeug oder Handwerker- sowie Küchen-Maschinen, Brettspiele und Party-Dekorationen. Langfristiges Ziel der beiden Unternehmer ist es, künftig mit Herstellern von Waren zusammen zu arbeiten, die ihnen Gegenstände garantieren, die dauerhaft sind oder die sich zudem reparieren lassen. Das passt stimmig ins Konzept, dass Ausleihen von Produkten viel nachhaltiger ist als der ständige Neukauf und der Besitz der Sachen.
Zwischen 25 und 100 kanadischer Dollar (17 € bis 70 €) Jahresbeitrag kostet die Mitglieder der Community die Teilnahme an der Ausleihe. Dafür können sie dann in der Bibliothek der Dinge auf alles zugreifen, was sie brauchen.
Selbst an Menschen, die nicht in der Nähe ihrer Bibliothek wohnen, denken die Initiatoren. Sie verweisen auf eine Internetseite. Dort findet, wer eine solche Bibliothek selbst organisieren will, viele nützliche Tipps wie das geht.

 

Library of Things
Fotoquelle: Treehugger. Die Creditline: Screenshot: Treehugger.com

 

Bibliothek der Dinge
Fotoquelle: Treehugger. Die Creditline: Screenshot: Treehugger.com

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  1. Ellen Beck

    Auch bei uns in Deutschland gibt es das, z.B. das Leihlexikon für München und Umland
    unter: http://www.awm-muenchen.de/privathaushalte/abfallvermeidung/leihlexikon.html

    Es gibt praktisch nichts, was man nicht leihen oder mieten könnte in München und im Umland: Abendgarderobe, Dachgepäckträger, Werkzeug, Beamer, Schneeketten, Bücher, Fahrräder, Zelte, Geschirr, Karaokeanlagen, DVDs, Laptops, Sportgeräte u v. m. Oft lohnt es sich nicht, diese Dinge zu kaufen, da man sie nur einmal (oder sehr selten) benötigt. Sie zu kaufen, kostet Geld und frisst Platz im Haus. Sie zu mieten, schont den Geldbeutel, spart Platz und ist gut für die Umwelt, da weniger Ressourcen bei der Produktion verbraucht werden.