Einen Espresso, einen Cappuccino oder doch lieber einen Café au lait? Egal, ob zu Hause oder im Büro, dank moderner Kaffeevollautomaten müssen wir kaum noch auf unsere (Kaffee-) Wünsche verzichten. Doch damit das auch so bleibt, müssen die Geräte gepflegt und gewartet werden. Neben der Reinigung und dem Nachfetten der beweglichen Teile gehört die regelmäßige Entkalkung unbedingt dazu.

 

Kalk, oder genauer: Calciumcarbonat, setzt sich in den wasserführenden Teilen ab. Nicht nur in der Heizung oder dem Boiler, sondern auch in den Schläuchen. Da diese teilweise einen Innendurchmesser von ca. 2mm aufweisen, sind sie schnell dicht. Kalkablagerungen beeinträchtigen die Wasserqualität, sodass der Kaffee nicht mehr schmeckt. Dazu tragen auch andere im Wasser gelöste oder schwebende Stoffe bei, die ebenfalls mit dem Kalk abgelagert werden.

Eine regelmäßige Entkalkung des Kaffeevollautomaten, die entsprechend der Herstellervorgabe durchgeführt wird, spart in jedem Fall Geld und Nerven. Informieren Sie sich bei Ihrem örtlichen Wasserwerk nach dem Härtegrad Ihres Trinkwassers. Der wird in Grad deutscher Härte °dH angegeben und gibt den Gehalt von Calciumcarbonat im Wasser an. Dieser Wert ist mit entscheidend, in welchen Abständen (Anzahl der Kaffee-Bezüge) entkalkt werden soll. Dabei gilt zu beachten: wenn Sie öfter Milch-Misch-Getränke (z.B. Cappuccino) zubereiten, wählen Sie bitte in den Geräteeinstellungen eine geringe Anzahl. Durch das häufigere Erhitzen verkalkt das Gerät schneller.
Die im Handel angebotenen Geräte der einzelnen Hersteller sind unterschiedlich aufgebaut. Es kommen verschiedene Baugruppen zum Einsatz, aber auch bei den Entkalkungs-Programmen gibt es deutliche Abweichungen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass jeder Hersteller seinen eigenen Entkalker anbietet. Dazu kommt die Vielzahl an Mitteln, die in Drogerien und beim Discounter erhältlich sind. Somit kommt schnell die Frage auf:

 

Welchen Kaffeevollautomaten Entkalker soll ich verwenden?

Richtlinie bei der Auswahl sollte sein: Welches Mittel ist dem Neugerät als Probe beigefügt! Zumindest während der Garantiezeit nehmen Sie den Entkalker, der in der Geräteverpackung beigefügt war. Auch wenn dieser teurer ist als der vergleichbare in der Drogerie. Sollte das Gerät während der Garantiezeit kaputt gehen, kann der Garantieanspruch erlöschen, wenn ein anderes Mittel verwendet wurde. Danach nehmen Sie bitte ein Mittel, das von der Form (Tablette oder Flüssigkeit) dem Original entspricht. Ebenso ist es wichtig, dass die Inhaltsstoffe identisch sind, da deren Wirkung in Abhängigkeit mit den installierten Entkalkungs-Programmen variiert.

Zum Entkalken kommen in Deutschland hauptsächlich folgende Mittel zum Einsatz:

  1. Essigsäure
  2. Zitronensäure
  3. Amidosulfonsäure

Dabei sind einige Punkte bei der Auswahl zu beachten:

Essigsäure: Sie führt zu Korrosion an Metallen und Beschädigungen an Dichtungen. Daher sollten Entkalker auf Essigsäure-Basis nur in Geräten mit Edelstahl-Systemen oder säurebeständigen Materialien eingesetzt werden.

Zitronensäure: Bei zu starker Erhitzung fällt der Kalkrückstand aus, der zu schwer löslichen Ablagerungen und Verstopfungen führt. Ist kalt verwendet kaum wirksam.

Amidosulfonsäure: Hat eine 6- bis 10-fache Wirkung wie Zitronensäure. Da sie keine Korrosion verursacht oder zu hartnäckigen Verstopfungen führt, ist sie das meist verwendete Mittel. Kann man sowohl kalt, als auch warm verwenden.

Um die schädigende Wirkung der Entkalker einzuschränken, fügen die Hersteller ihren Produkten Additive und Zusatzstoffe zu. Dies sind z.B. Ascorbinsäure (beseitigt die Ablagerung von Eisen III) und Maleinsäure (versiegelt die Oberflächen). Die genaue Liste der Inhaltsstoffe entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage.
Einige Mittel haben Farbindikatoren. Sie zeigen an, ob ein Mittel nach der Entkalkung noch wirksam ist. Es ist an dieser Stelle jedem selbst überlassen, ob diese Mittel mehrfach genutzt werden. Dagegen sprechen hygienische Gründe und die Tatsache, dass die Wirksamkeit zumindest eingeschränkt ist.

 

Wie entkalke ich richtig?

Bitte lesen Sie sich vor der ersten Entkalkung die Bedienungsanleitung (BDA) genau durch. Legen Sie sich diese während der ersten Male daneben, damit Sie alle Schritte exakt durchführen können. Ein Fehler dabei kann dazu führen, dass das Gerät die Entkalkung nicht registriert. Der Vorgang variiert bei den Herstellern. Aber immer ist nach der eigentlichen Entkalkung ein gründlicher Spülvorgang notwendig, damit die gelösten Stoffe und der Entkalker beim nächsten Kaffeebezug nicht mehr in den Wasserwegen sind.
In der BDA ist die Dosierung angegeben, die einzuhalten ist. Bei Tabletten nehmen Sie bitte die genannte Anzahl und bei Flüssig-Entkalkern ist das Mischungsverhältnis zu beachten.
Entfernen Sie, soweit vorhanden, die Aufschäum-Hilfen und stellen ausreichend große Behälter unter die Düsen, um die austretende Flüssigkeit auf zu fangen.

 

Unterschiede bei den Geräten:

Wie oben schon erwähnt, gibt es herstellerspezifische Entkalkungs-Programme.

Saeco Kaffeemaschine

 

Bei Saeco sind Entkalker auf Zitronensäure-Basis möglich, da bei den Programmen die Heizleistung reduziert ist. Durch die relativ niedrige Temperatur zwischen 40°C und 60°C wird einerseits die Wirkung gewährleistet, andererseits ein Ausfallen von schwerlöslichen Ablagerungen verhindert. Neuere Geräte dieses Herstellers haben die Besonderheit, dass nach der Entkalkung ein wiederholtes Befüllen des Wassertanks zum Spülen erforderlich ist. Damit möchte man sicherstellen, dass die Entkalker-Lösung restlos aus dem Gerät spült. Erst dann gilt der Entkalkungs-Vorgang als beendet.

Jura und Krups entkalken meist mit kaltem Wasser. Daher ist die Verwendung von Zitronensäure nicht ratsam.

Besonders bei Geräten von DeLonghi kommt es oft vor, dass trotz regelmäßiger Entkalkung kein Kaffeebezug mehr möglich ist. Die Ursache besteht darin, dass zum Schutz der Kunststoffteile nur die Wasser-, nicht aber die Kaffeewege entkalkt werden. Somit wird die Entkalkerlösung nicht durch den komplexen Brühkolben geleitet, weil dieser  direkt in der Brüheinheit mündet.

Abhilfe schafft hier nur eine manuelle Entkalkung des Brühkolbens. Wenn Sie also Ihr DeLonghi-Gerät entkalken, müssen Sie zusätzlich Entkalkerlösung durch den Brühkolben pumpen. Das geschieht, indem Sie mehrfach hintereinander manuell den Spülvorgang starten. Danach müssen Sie den Vorgang aber auch mehrfach mit klarem Wasser zum Spülen des Brühkolbens wiederholen.

Während des Entkalkungsprogramms besteht bei WMF die Gefahr des Verbrühens. Der Vorgang läuft bei sehr hohen Temperaturen ab, sodass die Flüssigkeit mit hohem Druck und sehr heiß aus dem Gerät spritzt. Daher unbedingt geeignete Gefäße verwenden, die kippsicher und direkt unter den Ausläufen (Heißwasserdüse und Kaffeeauslauf) platziert stehen.

 

Claris-Filter

Dass die Verwendung eines Claris-Filters die regelmäßige Entkalkung überflüssig macht, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Diese Filter geben keine 100%-ige Sicherheit, da sie nicht über die gesamte genannte Nutzungszeit zuverlässig und vollständig den Kalk zurück halten. Zudem gelangen weiterhin Schwebeteilchen in das System der Maschine. Aus diesem Grund ist es notwendig, trotz Filters mindestens 2 bis 3 Mal jährlich den Kaffeevollautomaten entsprechend der BDA zu entkalken.

Ich hoffe, dass ich mit meinen Hinweisen beitragen konnte, dass Sie länger Freude an Ihrem Kaffeevollautomaten haben und Ihre Kaffee-Spezialität genießen können.
Sollten Probleme mit Ihrem Gerät auftreten, finden Sie über die Suchfunktion auf unserer Webseite einen unserer Kaffeevollautomaten Techniker in Ihrer Nähe. Hier erhalten Sie schnelle und problemlose Hilfe.

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