„Gewöhnungsbedürftig, aber vielversprechend“ nennen die Hightech-Freaks und Besucher der Entwicklerkonferenz „Google I/O“ in den USA, das Baukasten-Smartphone der Suchmaschinen-Softwareschmiede. Rafa Camargo zeigt es ihnen dort und puzzelt live vor Publikum und laufender Kamera ein Handy zusammen wie weiland kleine Jungs aus ihrer Lego-Kiste die Einzelteile für Schlösser oder Raumschiffe angelten, um aus bunten Plastiksteinchen phantasievolle und phantastische Gebilde zu bauen. Sie schufen sich ihre kreative Welt.

Der Software-Experte demonstriert mit den Modulen des „Project Ara“ weltweit erstmalig, wie Googles Minicomputer künftig Stück für Stück sein Innenleben aufbaut – und selbst bei laufendem Betrieb ganz einfach seine Features vermehrt. Klick: Neues Modul angedockt – funktioniert perfekt!

 

Was als technologische Zukunftsvision daher kommt, kann zugleich aber auch alte und längst bekannte Probleme lösen. In dieser modularen Bauart nämlich liegt vermutlich der Schlüssel zur Vermeidung von allzu viel Müll.

 

Die Module verhindern, dass wir Gadgets aussortieren, nur weil neue Modelle mehr können als Altgeräte. Vorbei sind mit dem Project Ara endlich jene traurigen Tage, an denen wir wertvolle – und manchmal sogar lieb gewonnene – Geräte in die Tonne treten, nur weil sie uns ihren Dienst versagen. Smartphones sind künftig nicht mehr Abfall, nur weil ihre Kamera versagt. Handys bekommen noch eine zweite Chance, wenn ihr Mikrofon verstummt. Sie leben auch weiter, selbst wenn wir ihr Display demolieren.

 

Und das ist gut so: Weil es wertvolle Rohstoffe spart und Energie, bei deren Erzeugung Kohlendioxid in die Atmosphäre bläst und das Erdklima weiter aufheizt. Prima also, so ein modulares Smartphone.

 

Dabei hätte es des Spieltriebs der Google-Entwickler noch nicht einmal bedurft. Schon heute ziehen die Handwerker der ReparaturRevolution am selben Strang wie die Ingenieure in Silicon Valley. Auch diese erfahrenen Praktiker in ihren Werkstätten helfen, wenn ein Gerät versagt. Auch sie kämpfen schon lange für eine bessere Ersatzteilversorgung. Denn sie wissen: Weiter nutzen macht Sinn. Da sage noch jemand, Tüftler seien Eigenbrötler. Der Blick ins Valley nach Kalifornien zeigt eher, sie sind ihrer Zeit ein gutes Stück voraus.

 

(Foto: Google, Quelle: t3n.de)

 

project-ara_modulares-smartphone-595x489

 

Hinterlassen Sie eine Antwort