Auf die Frage: „Welches Wasser nehme ich zum Bügeln?“ gibt es die unterschiedlichsten Ansichten und Meinungen. In diesem Beitrag möchte ich die verschiedenen Wasser und deren Bügel-Tauglichkeit beschreiben. Umfangreiche Informationen rund um das Thema Dampfbügelstation erhalten Sie auf unserer Service-Seite.

 

Destilliertes Wasser

In jeder gut sortierten Drogerie oder im Supermarkt können Sie destilliertes Wasser erwerben. Das bedeutet schon einmal, dass Sie hierfür extra Geld ausgeben müssen. Zudem kommt, dass die meisten Dampfbügeleisen und Dampfstationen nicht dafür ausgelegt sind, dass reines destilliertes Wasser verwendet wird.

Die Aussage: „Destilliertes Wasser ist reines Wasser, frei von Kalk und somit ideal zum Bügeln.“, stimmt nicht ganz. Durch den hohen Reinheitsgrad ist diese Flüssigkeit im Zusammenspiel mit Sauerstoff sehr reagier-freudig. Da die inneren Metall-Oberflächen der Heizungen, und besonders die Nahtstellen, nicht veredelt (passiviert) sind, fördert die Verwendung von destilliertem Wasser die Korrosion.

 

Spezielle Bügel-Wasser

Im Einzel- und Online-Handel stößt man immer wieder auf diese Angebote. Bitte beachten Sie, dass diese Produkte von zahlreichen Herstellern nicht empfohlen werden. Sie enthalten Duftstoffe und Seifen, die den Geräten und der Wäsche eher schaden, als dass sie einen Nutzen bringen. Wer dennoch die Verwendung dieser Bügelwasser in Erwägung zieht, sollte vorher unbedingt in der Bedienungsanleitung des Bügeleisens oder der Dampfstation nach diesbezüglichen Hinweisen suchen.

 

Mineralwasser

In der Praxis habe ich oft gehört, dass in Flaschen abgefülltes Mineralwasser als die absolute Universal-Lösung angesehen wird. In einigen Fällen mag das, gemessen an den jeweils zur Verfügung stehenden Alternativen, teilweise (!) zutreffen. Aber man muss das Wasser extra kaufen und zusätzliches Geld investieren. Außerdem ist Mineralwasser ein natürliches Produkt mit unterschiedlichen chemischen Zusammensetzungen. Das bedeutet: je nachdem, woher das Wasser kommt, sind darin Carbonate (Kalk) und andere chemische Elemente und Stoffe in gelöster Form vorhanden. Bei der Dampfproduktion lagern sich diese Stoffe ebenfalls an den Innenseiten der Heizungen an. Von einem Gewinn kann daher keine Rede sein.

 

Leitungswasser

Die meisten Benutzer füllen in ihre Dampfbügel-Geräte Leitungswasser. Und darauf sind sie (deswegen) auch ausgelegt. Wegen des mancherorts vorhandenen hohen Kalkgehalts des Wassers sind viele Bügelstationen mit Antikalk-Systemen ausgestattet. Der optimale Härtegrad beträgt 6°dH. Auf Anfrage teilt Ihnen Ihr örtliches Wasserwerk den Wert für Ihr Wasser mit.

Liegt die Wasserhärte bei Ihnen deutlich darüber, empfehlen sich zusätzliche Maßnahmen:

  • Der Einsatz von Filtern ist mit zusätzlichen Kosten für die Anschaffung der Kartuschen verbunden. Wenn Sie aber Ihr Wasser aufgrund des hohen Kalkanteils sowieso filtern, können Sie dieses Wasser ebenso zum Bügeln verwenden.
  • Mischung mit destilliertem Wasser stellt eine weitere Möglichkeit dar. Wenn Ihr Wasser z.B. einen Härtegrad von 18°dH aufweist, mischen Sie es im Verhältnis 2:1 und erhalten eine Härte von 6°dH. Durch die Mischung verliert das destillierte Wasser auch die Reagier-Freudigkeit.
  • Eine regelmäßige Entkalkung Ihrer Dampfbügelstation erhöht die Lebensdauer deutlich. Dampferzeugung ist immer mit Ablagerungen an den Heizelementen verbunden. Verwenden Sie hierzu Zitronen- oder Essigsäure. Allerdings sollten Sie in der Bedienungsanleitung nachlesen, wie Sie den Vorgang durchführen können und welche Mittel für Ihr Gerät zulässig sind.

 

Kommt es trotz guter Behandlung zu einem Defekt oder Sie haben Fragen zu Ihrer Dampfstation, stehen Ihnen unsere Bügel-Spezialisten gern zur Verfügung.

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    1. Steffen KellnerAuthor

      Stilles Wasser kann man verwenden. Dennoch sollte man die Zusammensetzung (Anteil der gelösten Salze und Hydrogencarbonat) beachten.
      Die Verwendung von stillem Wasser befreit nicht von der Notwendigkeit des regelmäßigen Entkalkens!

      Mit freundlichen Grüßen
      Steffen Kellner.